"Zum Großstein ( Kanzel der Sächsischen Schweiz) in der Ottendorfer Heide!"

Ausgangspunkt ist die Felsenmühle. 1745 erstmals urkundlich erwähnt, überqueren wir von dort den Kirnitzschbach am Sägewerk vorbei. Linkerhand wandern wir bachaufwärts den Flößersteig bis zur Neumann-Mühle. Dieser alte Pfad, der den felsigen Gegebenheiten folgt und deshalb immer etwas Auf und Ab an dem Bach entlang führt, diente den Flößern zum "Flottmachen" von verklemmten Holzstämmen. Aufmerksame Wanderer werden auch die flinken Forellen in dem ´sauberen Bach erblicken. Die Neumann-Mühle ist bereits im 14. Jahrhundert als Schneidemühle entstanden. Später wurde sie mit einer Holzschleifanlage versehen. Sie steht heute unter Denkmalschutz und kann besichtigt werden. Wir überqueren jetzt die Kirnitzsch, gehen auf der Talstraße einige Schritte zurück und stoßen hier an der Felswand auf einen Steig, der uns mit der Markierung Gelber Punkt die Richtung nach Ottendorf weist. Diese Gebiet des Kirnitzschtales hieß früher "Ottendorfer Heide". Von meiner Großmutter(1888 - 1956) aus dem "Ottendorfer Loch" habe ich oft den Ausspruch "... wir gehen in die Heede..." gehört, wenn sie von dem Gang in die Pilze oder in die Heedelbeeren (Heidelbeeren) sprach. Götzinger schrieb 1786: "Die HEIDE erstreckt sich von der Elbe bei Bad Schandau... in einer Breite von drei bis vier Stunden bis nach Böhmen. Sie macht eine ununterbrochene Kette von hohen und steilen Bergen, langen und hohen Felswänden, einzelnen Felsen und engen angenehmen Tälern aus...". Auf einer Wiesenfläche überqueren wir fast unbemerkt die Lausitzer Störung (geologisch) und erblicken auf der Höhe links auf der graniten Endlerkuppe die Bauten der ehemaligen SED-Parteischule, vormals auch BdM-Schule. Es ist zu hoffen, daß sich bald ein Investor für das Gebäude findet um den Verfall der Anlage zu stoppen. Kurz danach stößt unser Weg auf die Markierung Grüner Strich, der wir scharf links einbiegend in Richtung Großstein folgen. Unser Pfad führt unmittelbar am 361 Meter hohen Kühnberg in das Waldgebiet über dem Kirnitzschtal hinein. Für Botaniker sei zu erwähnen, dass hier am Nordwesthang die aus Amerika stammende Murraykiefer angepflanzt wurde. Der Blick vom Großstein fällt auf die ausgedehneten Wälder und Berge des sogenannten Wildensteiner Waldes (Neuer Wildenstein-Kuhstallmassiv). Außerdem kann man von dort auch die Felsenmühle im Kirnitzschtal entdecken. Nachdem wir die Aussicht von der Kanzel genossen haben laufen wir jetzt wieder ein Stück des Weges zurück. An der Abzweigung geht es schließlich in das Kirnitzschtal hinunter, dessen Talsohle wir direkt an der Felsenmühle erreichen. Als reine Wanderzeit sollten wir knapp 3 Stunden einplanen. Allen Spurensuchern ein fröhliches "Berg heil"!